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Pressemitteilung: Lebensgewohnheiten ändern (Schwetzinger MiniSymposium am 15. Oktober 2014)

18. August 2014

Das LDL-Cholesterin mittels einer Lipidapherese senken / Neue Medikamente in Aussicht gestellt

Das 14. Schwetzinger MiniSymposium - wie jedes Jahr von den Ärztenetzen Schwetzingen und Hockenheim sowie den ze:ro ARZTPRAXEN veranstaltet - wendet sich an die niedergelassenen Haus- und Fachärzteschaft und setzte sich diesmal mit dem Fettstoffwechsel auseinander. Die schlichte Fragestellung lautete: "Was können wir tun - und was bringt die Zukunft." Es sprachen Prof. Dr. Jörg Kreuzer (Facharzt Innere Medizin, Kardiologie, Lipidologie), sowie Lars Nagelmann und Dr. Thorsten Siebert (beide Fachärzte für Innere Medizin und Nephrologie) vor dem interessierten und diskussionsfreudigen Fachpublikum. Ihre Quintessenz lautete: Herzkreislauferkrankungen sind unverändert weltweit die häufigste Todesursache. Verursacht wird die zugrundeliegende Gefäßverengung unter anderem durch Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen. Eine Veränderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten könne bereits der erste Schritt zu einer erfolgreichen Vorbeugung von Herzkreislauferkrankungen sein.

Risikofaktor früh erkennen

Aufgrund des ganz wesentlichen Einflusses von erhöhten Cholesterinwerten auf das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko sei es wichtig, schon frühzeitig den Risikofaktor Fettstoffwechselstörung zu erkennen und zu behandeln. Häufig werde die Fettstoffwechselstörung (Dyslipoproteinämie) jedoch erst nach einem lebensbedrohlichen Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall festgestellt oder ernst genommen. Spätestens dann wird ergänzend zu den Ernährungs- und Lebensstil-Veränderungen mittels medikamentöser Therapie begonnen, das LDL-Cholesterin in den empfohlenen Zielbereich zu senken. In seltenen schweren Fällen von Fettstoffwechselstörungen könne jedoch trotz konsequenter Behandlung keine ausreichende Senkung der krankhaft erhöhten Blutfette erreicht werden. Dies werde dann zu einem Grund für die dann notwendige Lipidapherese. Sie sei ein dialyseähnliches Verfahren, bei dem außerhalb des Körpers das Blut über spezielle Filter geleitet und bestimmte Blutfett-Bestandteile herausgefiltert würden. Bei einer einmaligen Behandlung lasse sich das besonders gefährliche LDL-Cholesterin um bis zu 76 Prozent absenken. In der Regel bedürfe es dafür einer Behandlungsdauer von zweieinhalb bis vier Stunden einmal pro Woche. Neben der Lipidapherese werde es in naher Zukunft Medikamente geben, die eine noch wirksamere Cholesterinsenkung möglich machen. zg © Schwetzinger Zeitung / Freitag, 17. Oktober 2014 (Quell: https://www.morgenweb.de/region/schwetzinger-zeitung-hockenheimer-tageszeitung/schwetzingen/lebensgewohnheiten-andern-1.1931643) SchwetzingerZeitungLENminiSymposium 141015 Im Palais Hirsch diskutierten (v. l.) Dr. Thorsten Siebert, Lars Nagelmann, Dr. Michael Eckstein, Prof. Dr. Peter Rohmeiss, Dr. Hans-Jürgen Scholz und Prof. Dr. Jörg Kreuzer. © len