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Zum Weltherztag: Wie beuge ich Herz-Kreislauferkrankungen vor?

27. September 2018

Am internationalen Weltherztag, am 29. September, erinnert die World Heart Federation (WHF) jedes Jahr daran, was für die Gesundheit getan werden kann. Neben einer ausgewogenen Ernährung und Bewegung können auch andere Faktoren das Erkrankungsrisiko senken, wie aktuelle Studien zeigen.

Regelmäßig Blutdruck checken

Auch wer gesund lebt und sich top gesund fühlt, sollte seine Werte gelegentlich checken. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann das Herz, Gefäße, Gehirn, Nieren und Augen schädigen und insbesondere das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen. Gemäß den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie 2018 sollte der Blutdruck mindestens an drei Tagen morgens und abends im Sitzen in Ruhe gemessen werden. Der Blutdruck ist erhöht, wenn ein Durchschnittswert von 135/85 mmHg und höher vorliegt. In dem Fall sollte ein Termin beim Arzt vereinbart werden. Eine Anpassung der Lebensweise zum Beispiel durch Gewichtsoptimierung und salzarme Ernährung kann den Blutdruck häufig auf natürliche Weise senken.

Erwachsene sollten auch ihre Lipidwerte (Cholesterinwerte) kennen. Diese können Aufschluss darüber geben, ob eine angeborene Fettstoffwechselerkrankung vorliegt und behandelt werden muss. Denn auch diese kann das Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung erhöhen.

Aspirin zur Prophylaxe?

„Regelmäßig fragen mich Patienten, ob sie nicht täglich Aspirin zur Prophylaxe einnehmen sollten? Diese Frage beantwortet die ARRIVE Studie, die auf dem diesjährigen Europäischen Herzkongress präsentiert wurde. Bei Patienten mit leichtem und mittlerem Risiko für Herzkreislaufereignisse war unter Aspirin zwar das Risiko für Herzinfarkte etwas geringer, dafür das Risiko für Magen-Darmblutungen höher. Das Gesamtrisiko für Herzkreislauftod, Herzinfarkte und Schlaganfall war nicht niedriger als ohne Aspirin“, berichtet Dr. med. Felix Heggemann, Facharzt für Kardiologie und Angiologie bei den ze:roPRAXEN in Mannheim. Deshalb sollte die regelmäßige Einnahme nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Bestimmte Patienten, die zum Beispiel an einer Koronaren Herzerkrankung leiden, bei denen eine Verschlusskrankheit der Beingefäße vorliegt oder die eine bestimmte Form eines Schlaganfalles hatten, können dagegen von der Einnahme profitieren. 

 

Auf eine ausgewogene Ernährung achten

Auch Übergewicht kann die Lebenszeit verkürzen und zu unerwünschten Herzkreislaufereignissen, Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen führen. Bei einem Taillenumfang von 102 cm bei Männern und 88 cm bei Frauen und höher sollte eine Gewichtsreduktion erfolgen. Auch die Berechnung des Body Mass Index (BMI) gibt eine Hilfestellung (Ziel 20-25 kg/qm). „Auf dem Europäischen Herzkongress  2018 wurde die internationale PURE Studie präsentiert, die die Auswirkung der Ernährung auf das Herz-Kreislaufrisiko zeigte. Einfache Kohlenhydrate, wie sie in Süßspeisen zu finden sind, sollten vermieden werden. Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Obst, Nüssen, Molkereiprodukten, Fisch und unverarbeitetem roten Fleisch hatte sich vorteilhaft gezeigt.  

Rauchen verkürzt die Lebenszeit

Rauchen erhöht nicht nur das Risiko für Krebs, sondern auch für Arteriosklerose, Herzinfarkte und Schlaganfälle. In der renommierten wissenschaftliche Zeitschrift New England Journal of Medicine wurde 2014 eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass langjähriger Tabakkonsum zu einer Verkürzung der Lebenszeit führt: bei Männern in den USA um 12 Jahre und bei Frauen um 11 Jahre im Vergleich zu Nichtrauchern. „Wer im 40. Lebensjahr mit dem Rauchen aufhört, kann laut Studie das Risiko für Herzkreislauferkrankungen noch um 90% und im 50. Lebensjahr immerhin noch um 50% senken“, so Dr. med. Felix Heggemann.

Regelmäßig Sport treiben

Wer Sport treibt, lebt gesünder. Das gilt auch für die Herzgesundheit. Durch eine regelmäßige körperliche Aktivität kann das Risiko vorzeitig zu versterben bei gesunden Menschen langfristig um 20 bis 30% gesenkt werden (aktuelle Europäische Leitlinien für Herz-Kreislauf-Prävention). Empfohlen ist z.B. eine sogenannte mittlere körperliche Belastung, wie strammes Gehen mindestens an fünf Tagen über 30 Minuten in der Woche.